Was ist Rechenschwäche?

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Besondere Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechnens, so lassen sich die Begriffe Rechenschwäche, Rechen- störung, Dyskalkulie beschreiben.
Die Schwierigkeiten sind auf mangelnde oder fehlerhafte Vorstellungen im Bereich der basalen mathematischen Kennt- nisse zurückzuführen. Davon betroffen sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Da bei einer vorliegenden Rechenschwäche (Dyskalkulie oder Arithmastenie) fundamentale arithmetische Einsichten fehlen, können darauf aufbauende mathematische Gedanken nicht verstanden werden.

Mathematische Sachverhalte werden in ihrer subjektiven Logik gelöst, die systematische Fehlertypen aufweist.

Rechenschwäche

  • tritt in unterschiedlichen Ausprägungsgraden und Erscheinungsbildern auf
  • äußert sich durch chronisches Versagen in Mathematik,
    während in anderen Fächern durchaus durchschnittliche bis sehr gute Leistungen gezeigt werden können.
  • betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation oder Division, weniger die  höheren mathematischen Fertigkeiten.

Vorurteile über „Rechenschwäche“ 

  • Vorurteil 1: Rechenschwäche ist auf mangelende Intelligenz oder Konzentration zurückzuführen
    Bei einer Rechenschwäche handelt es sich nicht um einen Mangel an Intelligenz oder an Begabung. Rechenschwäche ist nicht die Folge mangelnder Konzentration oder fehlenden logischen Denkvermögens. Es gibt rechenschwache Kinder mit durchschnittlicher und mit überdurchschnittlicher Intelligenz.
  • Vorurteil 2: Rechenschwäche ist dauerhaft unveränderlich
    Werden die richtigen Maßnahmen getroffen, können auch rechenschwache Kinder die Grundschulmathematik verstehen und beherrschen lernen. Rechenschwäche ist kein Persönlichkeitsmerkmal des Kindes.
  • Vorurteil 3: Rechenschwäche gibt sich von selbst.
    Alle herkömmlichen Formen des Übens und Nachhelfens können hier keinen Erfolg zeigen.
  • Vorurteil 4: Rechenschwäche kann durch basale Trainings behoben werden
    Diese Vermutung konnte bisher durch keine wissenschaftliche Untersuchung bestätigt werden. Die Annahme Rechenschwäche mittels so genannter basaler Übungen zur Verbesserung der Wahrnehmung und/oder der Motorik beheben zu können, ist weit verbreitet. Ein Training der Wahrnehmung kann nur die Fähigkeiten in diesem Bereich verbessern, hat aber keine Auswirkungen auf den Aufbau mathematischer Kompetenz.
    Mathematik lernen bedeutet aktive Arbeit des Kindes /Jugendlichen / Erwachsenen mit mathematischen Gegenständen.
  • Rechnen lernt man durch Rechnen. (vgl. Prof. Hans-Dieter Gerster, Pädagogische Hochschule Freiburg, 2004; Zimmermann, K.R.:Jedes Kind kann rechnen lernen. Beltz Verlag, 2010)

Anhaltende Misserfolge können zu Schulunlust, Schulangst und psychosomatischen Störungen führen.

 
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